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Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert, sich für eine Neuorientierung der Lehrpläne der Fächer Musik und Deutsch einzusetzen, damit in Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen eine umfassende Auseinandersetzung mit Texten deutscher Interpreten moderner Genre, beispielsweise des Rap und Hip-Hop Genres der letzten 2 Jahrzehnte stattfinden kann. Im Deutsch-Abitur sollen außerdem bei den Wahlaufgaben „Interpretation literarischer Texte“ und „literarische Erörterung“ Texte oder Textauszüge modernerer Literatur in die Auswahl gelegt werden. Die Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Behandlung dieser Textarten im Unterricht der Qualifikationsphase.
Wir GRÜNE finden es grundsätzlich sinnvoll, wenn Unterricht an die Lebenswelt junger Menschen anknüpft – dazu können selbstverständlich auch Rap- und Hip-Hop-Texte gehören, wenn sie pädagogisch und fachlich geeignet sind. Die Fachanforderungen legen dabei keine konkreten Werke fest, sondern beschreiben Kompetenzen und Inhalte. Welche Texte und Medien im Unterricht konkret eingesetzt werden, entscheiden Schulen und Lehrkräfte im Rahmen dieser Vorgaben.
Die Linke begrüßt die Einbeziehung moderner Genres wie Rap und Hip-Hop in den Unterricht. Dies kann Schüler*innen motivieren und zur kritischen Auseinandersetzung mit Texten, gesellschaftlichen Themen und Alltagskultur anregen. Allerdings sollte dies nicht zu Lasten klassischer Literatur gehen, Vielfalt ist wichtig.
Die Forderung, die Lebensrealität der Schülerinnen und Schüler stärker mit den schulischen Inhalten zu verknüpfen, ist bildungspolitisch sinnvoll und zeitgemäß. Der Deutsch- und Musikunterricht sollte nicht nur kulturelles Erbe vermitteln, sondern ebenso die Analyse- und Urteilsfähigkeit im Umgang mit zeitgenössischen Kulturphänomenen fördern. Die Landesgruppe unterstützt diese Forderung als Ergänzung und Modernisierung der bestehenden Unterrichtsinhalte.
Als Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag setzen wir uns dafür ein, Bildung stärker an den Lebensrealitäten, Interessen und Potenzialen von jungen Menschen auszurichten. Dazu zählt auch eine Stärkung von kultureller Bildung im Unterricht, entsprechend der Vielfältigkeit von Kultur. So können zeitgenössische Literatur und aktuelle Musik einen wichtigen Beitrag leisten, um gesellschaftliche Entwicklungen verständlich zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit Sprache und Medien zu fördern. Die konkrete Ausgestaltung von Lehrplänen, sowie Unterrichts-und Abiturinhalten fällt jedoch in die Zuständigkeit der Länder.
Es ist aus unserer Sicht immer sinnvoll, im Deutschunterricht moderne Genres kennenzulernen und zu bearbeiten. Gerade Texte, die die Lebenswelt der Schüler:innen wiederspiegeln, sei es aus dem Hip Hop, dem Pop oder anderen (auch literarischen) Genres, können den Zugang zu lyrischen Texten noch einmal auf eine andere, niedrigschwelligere Art öffnen. Selbstverständlich bieten auch moderne Texte klassische rhetorische Mittel oder komplexe Reimschemata und eignen sich ebenso wie ältere klassische Texte für die Befassung im Unterricht. Denn die Methoden der Textanalyse sind universell. Allerdings sind die Lehrpläne aus unserer Sich bereits heute so offen ausgestaltet, das dies ohne weiteres im Unterricht möglich wäre. Im Musik-Unterricht sehen wir nicht unbedingt die Notwendigkeit, explizit deutschsprachige Lieder festzuschreiben. Für uns als SSW ist vor allem wichtig, Lehrkräften die Möglichkeit zu geben, ihren Unterricht vielfältig ausgestalten zu können. Dafür brauchen sie ausreichend Vorbereitungszeit und Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung.
Grundsätzlich sollen Lehrkräfte sich stets darum bemühen, ihren Unterricht auch an den Interessen der Schüler*innen auszurichten. Das bedeutet, dass man selbstverständlich auch heute schon in Deutsch, Musik und allen anderen Fächern Themen einbauen kann, die einen Bezug zur Gegenwart haben. Rahmenpläne werden alle fünf bis zehn Jahre überarbeitet, auch dort finden Modernisierungen statt. Dies ist aber eher ein Thema, das Schüler*innen im Dialog mit ihrer jeweiligen Lehrkraft lösen sollten.