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Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert, Maßnahmen gegen die negativen Folgen von „Fast Fashion“ zu ergreifen:
1. Schleswig-Holstein soll im Bundesrat eine Initiative einbringen, die ein bundesweites Gesetz zur Regulierung von Fast-Fashion-Plattformen (wie Shein, Temu u. a.) fordert. Dieses soll unter anderem strengere Transparenzpflichten, Umweltauflagen und Lieferkettenkontrollen enthalten.
2. Das Land soll in der öffentlichen Beschaffung (z. B. Kleidung für Schulen, Polizei, Landesbetriebe) verbindlich festlegen, dass alle Textilien aus fairem Handel und nachhaltiger Produktion kommen.
3. Die Landesregierung wird gebeten, eine Aufklärungskampagne für junge Menschen über die ökologischen und sozialen Folgen von Fast Fashion zu starten - in Zusammenarbeit mit Schulen, Verbraucherzentralen und Jugendverbänden.
4. Das Land soll prüfen, ob ein „Nachhaltiger Modefonds SH“ eingerichtet werden kann, um faire, regionale Modelabels und Textilreparatur-Initiativen zu fördern.
Die CDU-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein erkennt die Bedeutung von Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusstem Konsum an und teilt das Ziel, die negativen Folgen der sogenannten Fast Fashion zu verringern. Gleichzeitig ist aus Sicht der CDU wichtig, wirtschaftliche Freiräume zu wahren und die Zuständigkeiten zwischen Bund, Land und Kommunen klar zu beachten. Die Idee, eine Initiative im Bundesrat einzubringen, begrüßt die CDU grundsätzlich. Allerdings handelt es sich hierbei um eine bundespolitische Aufgabe. Bundesweite Regelungen zu Transparenzpflichten, Umweltauflagen oder Lieferkettenkontrollen müssen auf der Ebene des Bundes erfolgen, da nur hier einheitliche Rahmenbedingungen geschaffen werden können. Schleswig-Holstein kann in dieser Hinsicht Anregungen geben, eine eigenständige landesrechtliche Regulierung wäre jedoch nicht zielführend. Bei der öffentlichen Beschaffung unterstützt die CDU das Ziel, nachhaltige und faire Textilien zu berücksichtigen. Gleichwohl muss darauf geachtet werden, dass die Beschaffungsvorgaben praktikabel bleiben, die Vergaberechte der Kommunen respektiert werden und keine unverhältnismäßigen Kosten für Schulen, Polizei oder Landesbetriebe entstehen. Eine einseitige Festlegung auf bestimmte Anbieter oder Labels könnte diese Rahmenbedingungen erschweren. Aufklärung und Bildung sind aus Sicht der CDU besonders wichtig. Maßnahmen, um junge Menschen über die ökologischen und sozialen Folgen von Fast Fashion zu informieren, sind daher sinnvoll, insbesondere in Zusammenarbeit mit Schulen, Verbraucherzentralen und Jugendorganisationen. Hier kann das Land gezielt Informationsangebote bereitstellen, ohne dass es zu regulatorischen Eingriffen in den Markt kommt. Der Vorschlag eines „Nachhaltigen Modefonds SH“ wird von der CDU ernst genommen, da er das Anliegen unterstreicht, regionale und faire Angebote zu fördern und die lokale Wirtschaft zu stärken. Gleichzeitig bestehen Bedenken, dass ein landesseitiger Fonds zu bürokratisch oder schwer praktikabel sein könnte und möglicherweise nur einen begrenzten Beitrag zu einer flächendeckenden Lösung leisten würde. Aus Sicht der CDU ist daher entscheidend, dass Fördermaßnahmen stets zielgerichtet, wirtschaftlich tragfähig und freiwillig bleiben, damit sie die unternehmerische Freiheit nicht einschränken und die Kommunen nicht unnötig belasten. Der Grundgedanke des Fonds, nachhaltige Initiativen sichtbar zu machen und Anreize zu setzen, kann auch über Informations- und Bildungsangebote sowie die Unterstützung bestehender regionaler Projekte umgesetzt werden, ohne neue landesseitige Strukturen aufzubauen.
Die Linke unterstützt Maßnahmen gegen Fast Fashion: strenge Regulierung von Billigplattformen, verbindliche soziale und ökologische Standards in der öffentlichen Beschaffung, Aufklärungskampagnen und Förderung fairer, nachhaltiger Modelabels und Reparaturinitiativen. Die Textilindustrie muss global gerecht umgestaltet werden.
Eine wirksamere Kontrolle von Online-Verkaufsplattformen halten wir für dringend erforderlich. Kürzlich hat der Landtag Schleswig-Holstein dazu einen einstimmigen Beschluss gefasst. Die Bundesnetzagentur soll gestärkt werden, damit sie dieser Aufgabe besser gerecht werden kann. Hierbei geht es um Einhaltung der EU-Regeln zum Schutz der Verbraucher*innen vor betrügerischen und süchtig machenden Praktiken. Das betrifft Fast Fashion, aber auch andere Produkte. In der EU und im Bund haben sich die Grünen auch für ein starkes Lieferkettengesetz stark gemacht. Leider sind die Beschlüsse dazu unzureichend. Die Vorschläge bezüglich der Beschaffung und der Aufklärungskampagne begrüßen wir inhaltlich, allerdings sind diese haushaltsrelevant und müssten auf Finanzierbarkeit geprüft werden. Das gilt ebenso für den vierten Punkt. Es gibt bereits eine Förderrichtlinie des Landes für Kreislaufwirtschaft und Abfallvermeidung. Möglicherweise könnte diese auch für Aktivitäten im Themenfeld Fast Fashion genutzt werden. Wir begrüßen außerdem die vom Bund geplante Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien.
Der Vorschlag, stärker gegen die negativen Folgen von Fast Fashion vorzugehen, ist aus meiner Sicht sehr wichtig und absolut unterstützenswert. Die Textilindustrie gehört zu den ressourcenintensivsten Branchen weltweit. Allein in der Europäischen Union werden im Durchschnitt rund 19 Kilogramm Textilien pro Person und Jahr konsumiert, während etwa 12 Kilogramm Kleidung jährlich entsorgt werden. Gleichzeitig wird nur etwa ein Prozent der gebrauchten Kleidung tatsächlich zu neuer Kleidung recycelt. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass unser derzeitiges Produktions- und Konsummodell nicht nachhaltig ist. Deshalb setze ich mich auch auf europäischer Ebene dafür ein, Fast Fashion zurückzudrängen und eine echte Kreislaufwirtschaft im Textilsektor aufzubauen. Die EU arbeitet bereits an wichtigen Reformen – etwa im Rahmen der Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien. Ziel ist es, dass Textilien künftig langlebiger, reparierbar und besser recycelbar werden und dass Produzenten stärker Verantwortung für ihre Produkte übernehmen. Besonders wichtig finde ich dabei den Ansatz, Produzenten stärker in die Pflicht zu nehmen. Neue europäische Regeln sehen beispielsweise vor, dass Hersteller künftig auch für die Sammlung, Sortierung und das Recycling ihrer Textilien verantwortlich sind. Solche Instrumente der erweiterten Herstellerverantwortung sind entscheidend, um die massenhafte Produktion kurzlebiger Kleidung wirtschaftlich weniger attraktiv zu machen. Vor diesem Hintergrund halte ich auch mehrere Punkte des Vorschlags für Schleswig-Holstein für sinnvoll: Erstens ist es richtig, sich im Bundesrat für strengere Regeln gegenüber Fast-Fashion-Plattformen einzusetzen. Gerade internationale Online-Plattformen bringen enorme Mengen extrem günstiger Kleidung auf den Markt. Hier brauchen wir mehr Transparenz über Lieferketten, klare Umweltstandards und faire Wettbewerbsbedingungen. Zweitens kann die öffentliche Beschaffung eine wichtige Vorbildfunktion übernehmen. Wenn öffentliche Einrichtungen – etwa Schulen, Polizei oder Landesbetriebe – konsequent auf fair produzierte und nachhaltige Textilien setzen, stärkt das verantwortungsvolle Lieferketten und schafft Nachfrage für nachhaltige Produkte. Drittens ist Aufklärung gerade bei jungen Menschen zentral. Viele Konsumentscheidungen entstehen früh – deshalb ist es wichtig, über ökologische und soziale Folgen von Fast Fashion zu informieren. Kooperationen mit Schulen, Verbraucherzentralen oder Jugendverbänden können dazu beitragen, dass junge Menschen bewusster konsumieren und Alternativen wie Secondhand, Reparatur oder Kleidertausch kennenlernen. Viertens finde ich auch die Idee unterstützenswert, regionale Initiativen im Bereich nachhaltiger Mode und Textilreparatur zu fördern. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft braucht nicht nur Regeln, sondern auch lokale Strukturen – etwa Reparaturangebote, Secondhand-Initiativen oder innovative nachhaltige Modelabels. Insgesamt zeigt der Vorschlag einen wichtigen Grundgedanken: Wir müssen sowohl Produktion als auch Konsum verändern. Entscheidend ist dabei, dass Unternehmen stärker Verantwortung übernehmen und Produkte so gestaltet werden, dass sie länger genutzt, repariert und recycelt werden können. Genau daran arbeiten wir auch auf europäischer Ebene – denn nachhaltige Mode darf nicht die Ausnahme sein, sondern muss zum neuen Standard werden.
Bereits in der vergangenen Legislaturperiode, Ende 2024 sprach sich die SPD-Bundestagsfraktion für die Regulierung von sogenannten Fast-Fashion-Plattformen aus. Der sehr schnelle und oft überaus günstige Onlinehandel mit Kleidung stellt Politik und Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Plattformen aus Drittstaaten unterlaufen teilweise bestehende Umwelt-, Verbraucher- und Steuerregeln. Dadurch entstehen Wettbewerbsnachteile für Unternehmen, die sich an geltende Standards halten, während zugleich Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie erhebliche Steuerausfälle entstehen. Aus Sicht der SPD-Bundestagsfraktion ist es daher notwendig, bestehende europäische Regeln konsequent durchzusetzen und faire Wettbewerbsbedingungen im Onlinehandel sicherzustellen. Gleichzeitig gehört zu einer nachhaltigen Textilwirtschaft auch mehr Transparenz in den Lieferketten sowie die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards. Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz verfolgt genau dieses Ziel: Es soll sicherstellen, dass bei der Herstellung von Produkten keine Ausbeutung oder Menschenrechtsverletzungen stattfinden – auch, wenn auf Wunsch der CDU/CSU das Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz nun auf dem Weg ist, abgeschwächt zu werden. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) plant zudem derzeit, Hersteller von sogenannter Fast-Fashion stärker an den Entsorgungskosten zu beteiligen. Darüber hinaus ist ein Umdenken im Umgang mit Ressourcen erforderlich. Eine stärkere Kreislaufwirtschaft, langlebige Produkte und bessere Recyclingfähigkeit von Textilien können dazu beitragen, die Wegwerfmentalität im Modebereich zu überwinden. Auch Aufklärung über ökologische und soziale Folgen von Fast Fashion, etwa in Schulen oder durch Verbraucherinformation, kann hierzu beitragen. Initiativen wie die in dem Beschluss genannten Ansätze können Bausteine sein, um nachhaltigere Strukturen in der Textilwirtschaft zu stärken.
Als SSW teilen wir die Auffassung, dass den negativen Folgen von „Fast Fashion“ entgegengetreten werden muss. Durch das Umgehen von Umweltauflagen und Sicherheitsstandards verzerren E-Commerce-Plattformen aus Nicht-EU-Ländern, insbesondere Fast-Fashion-Plattformen, den Wettbewerb zu Lasten unseres regionalen Handels. Als SSW setzen wir uns für strenge Transparenzpflichten und Produktsicherheit ein. Damit Verbraucherinnen und Verbraucher – insbesondere junge Menschen – echte Eigenverantwortung übernehmen können und für die negativen Auswirkungen von Fast-Fashion, wie Kinderarbeit, Arbeitsschutz, usw. sensibilisiert werden, muss die Aufklärung über manipulative Verkaufstricks und ökologische Folgen gestärkt werden. Wir treten daher seit Jahren, unter anderem in den jährlichen Haushaltsberatungen, für eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung der Verbraucherzentralen ein. Zudem sehen auch wir das Land in einer Vorbildrolle, in der öffentlichen Beschaffung verbindlich auf faire und nachhaltige Textilien zu setzen. Auch die Förderung einer regionalen Kreislaufwirtschaft, etwa durch Reparatur-Initiativen und faire Modelabels, ist für uns ein wichtiger Baustein, um dem Trend zur Wegwerfgesellschaft entgegenzuwirken und stattdessen die lokale Wirtschaft zu stärken.
Als Grüne Bundestagsfraktion unterstützten wir ausdrücklich Maßnahmen, die den negativen Folgen von sogenannter „Fast Fashion“ entgegenwirken. Der stark wachsende Markt für extrem günstige und kurzlebige Kleidung – insbesondere über internationale Online-Plattformen – geht häufig mit erheblichen Umweltbelastungen, Ressourcenverschwendung und problematischen Arbeitsbedingungen entlang globaler Lieferketten einher. Vor diesem Hintergrund befürworten wir strengere regulatorische Rahmenbedingungen, die Transparenz schaffen, Umweltstandards sichern und Unternehmen stärker in die Verantwortung nehmen. Als Grüne Bundestagsfraktion haben wir wiederholt auf die Problematik aufmerksam gemacht und auch entsprechende Initiativen in den Deutschen Bundestag eingebracht. Eine Initiative Schleswig-Holsteins im Bundesrat für ein bundesweites Gesetz zur Regulierung entsprechender Plattformen entspricht daher unserem Ansatz, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und gleichzeitig nachhaltigen Konsum zu fördern. Auch die konsequente Ausrichtung der öffentlichen Beschaffung auf faire und nachhaltig produzierte Textilien wird von uns unterstützt. Die öffentliche Hand hat aus unserer Sicht eine wichtige Vorbildfunktion und kann durch verbindliche ökologische und soziale Kriterien maßgeblich dazu beitragen, nachhaltige Produktionsweisen zu stärken. Ergänzend dazu halten wir Aufklärung und Verbraucherbildung – insbesondere für junge Menschen – für zentral, um ein Bewusstsein für die ökologischen und sozialen Auswirkungen von Konsumentscheidungen zu schaffen und langfristig Veränderungen im Verhalten zu fördern. Darüber hinaus entspricht die Idee, regionale und nachhaltige Modelabels sowie Reparaturinitiativen gezielt zu fördern, dem grünen Ziel einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft. Anstelle von Wegwerfmode soll die Langlebigkeit von Produkten gestärkt, Reparatur erleichtert und regionale Wertschöpfung unterstützt werden.
Die negativen Folgen von „Fast Fashion“ sind offensichtlich: extreme Umweltbelastungen, Ressourcenverschwendung und häufig menschenunwürdige Arbeitsbedingungen entlang globaler Lieferketten. Als SPD-Landtagsfraktion unterstützen wir daher ausdrücklich das Ziel, auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene wirksame Maßnahmen gegen dieses Geschäftsmodell zu ergreifen. Mode darf nicht auf Kosten von Mensch und Umwelt produziert werden. Strengere Transparenzpflichten, verbindliche Umweltauflagen und wirksame Lieferkettenkontrollen sind überfällig. Auch auf europäischer Ebene wird bereits intensiv an diesem Thema gearbeitet. Die SPD-Europaabgeordnete Delara Burkhardt setzt sich seit Langem dafür ein, dem Fast-Fashion-Modell klare Grenzen zu setzen und nachhaltige Produktionsweisen zu stärken. Dieses Engagement zeigt: Der Kampf gegen Ausbeutung und Umweltzerstörung braucht entschlossenes politisches Handeln auf allen Ebenen. Beim Thema öffentliche Beschaffung gilt für uns: Das Land muss mit gutem Beispiel vorangehen. Wir haben uns in den vergangenen fünf Jahren mehrfach für ein landesweites Tariftreue- und Vergabegesetz eingesetzt und konkrete Gesetzentwürfe vorgelegt, wie beispielsweise die Drucksachen 20/69(neu) oder 20/2286 zeigen. Dabei ging es nicht nur um gute Löhne, sondern ausdrücklich auch um verbindliche Nachhaltigkeitsstandards. Öffentliche Aufträge dürfen nicht an Unternehmen gehen, die auf Lohndumping oder umweltschädliche Produktionsweisen setzen. Ebenso ist und bleibt für uns ein starkes Lieferkettengesetz zentral, damit soziale und ökologische Mindeststandards entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingehalten werden. Eine Aufklärungskampagne über die ökologischen und sozialen Folgen von Fast Fashion unterstützen wir ausdrücklich. Gerade junge Menschen werden gezielt über soziale Medien angesprochen und mit immer neuen Kollektionen zum schnellen Konsum verleitet. Deshalb ist die Einbindung von Schulen, Verbraucherzentralen und Jugendverbänden unerlässlich. Bildung für nachhaltige Entwicklung muss hier konkret und lebensnah vermittelt werden. Reparaturwerkstätten leisten einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Viele dieser Initiativen arbeiten ehrenamtlich und stoßen an finanzielle und organisatorische Grenzen. Hier braucht es landesseitige Unterstützung, um nachhaltigen Konsum zu stärken und zivilgesellschaftliches Engagement langfristig abzusichern. DAFÜR SETZEN WIR UNS EIN.