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JiL_2025_01_5 Konzept „Partybusse“ aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg landesweit ausbauen, Arbeitskreis 3

"Konzept „Partybusse“ aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg landesweit ausbauen"

Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
1. das bestehende Konzept der sogenannten „Partybusse“, wie sie bereits im Kreis Herzogtum-Lauenburg erfolgreich während der Saison der Scheunen-/Stoppelfeten praktiziert werden, zu evaluieren und auszubauen,
2. ein landesweites Förderprogramm für Nacht- und Partybusse im ländlichen Raum aufzulegen,
3. die Busse ganzjährig und nicht nur saisonal oder projektweise verkehren zu lassen,
4. und die Koordination gemeinsam mit den kommunalen Verkehrsverbünden, Jugendringen, Kreisen und Verkehrsbetrieben zu organisieren.
Ziel ist es, jungen Menschen in ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins eine sichere, bezahlbare und regelmäßige nächtliche Mobilität zu ermöglichen.

Die Linke unterstützt den Ausbau von Nachtbussen, um jungen Menschen sichere Mobilität zu bieten, insbesondere im ländlichen Raum. Das Land sollte solche Projekte fördern und eine dauerhafte Finanzierung sicherstellen. Die Partizipation der Jugend ist wichtig.

Lorenz Gösta Beutin, Landesgruppensprecher der schleswig-holsteinischen Abgeordneten der Linken im Bundestag

Ziel ist es, jungen Menschen in ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins eine sichere, bezahlbare und regelmäßige nächtliche Mobilität zu ermöglichen. Das Konzept der Partybusse von dem guten Beispiel aus meinem Wahlkreis im Kreis Herzogtum Lauenburg ausgehend in ein landesweites Förderprogramm auszubauen, ist eine gute Idee. Die nächtliche Heimfahrt von Feiern und Veranstaltungen außerhalb der regulären Zeiten des öffentliche Personennahverkehrs stellt für Jugendliche im ländlichen Raume eine erhebliche Herausforderung dar und ist häufig mit vielen Unsicherheitsfaktoren verbunden. Das Projekt aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg, in dessen Rahmen durch vom Kreis geförderte Partybusse Jugendliche während der „Scheunensaison“ von und zu Feierlokalitäten transportiert werden, zeigt, wie eine gelungene Jugend- und Verkehrspolitik im ländlichen Raum aussehen kann, indem sie für Teilhabe genau wie erhöhte Verkehrssicherheit sorgt und jungen Menschen das wichtige Signal sendet, dass sie mit ihren Anliegen wahrgenommen werden. Diese verlässliche und regelmäßige nächtliche Mobilität umzusetzen, ist allerdings Kreis- bzw. Ländersache.

Nina Scheer, Landesgruppensprecherin der schleswig-holsteinischen Abgeordneten SPD im Bundestag

Wir als SSW-Fraktion haben durchaus Sympathien für die Forderung, jedoch blicken wir realistisch auf die aktuellen Herausforderungen des Nahverkehrs. Wir würden die Forderung daher in unser Portfolio berücksichtigen, diese jedoch nicht zu einer Priorität machen. Wenn es gute Angebote für ergänzende Bedarfsverkehre im Nahverkehr gibt, könnte diese auch für die „Funktion“ der Partybusse dienen.

SSW-Landtagsfraktion

Es ist grundsätzlich wünschenswert, die nächtliche Mobilität im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins gezielt zu verbessern. Gerade für junge Menschen außerhalb urbaner Zentren ist ein sicheres und bezahlbares Verkehrsangebot in den Abend- und Nachtstunden von großer Bedeutung, um gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Das bestehende Konzept der sogenannten „Partybusse“, wie es im Kreis Herzogtum-Lauenburg bereits erfolgreich umgesetzt wurde, kann hierbei als sinnvolles Praxisbeispiel dienen, dessen Evaluation und möglicher Ausbau geprüft werden sollte. Auch aus unserer Sicht wäre es wünschenswert, ein landesweites Förderprogramm für Nacht- und Partybusse aufzulegen. Gleichzeitig ist jedoch die aktuell angespannte und schwierige Haushaltslage von Land und Kommunen zu berücksichtigen. Insgesamt kann ein Ausbau solcher Angebote einen wichtigen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit, Klimaschutz und gleichwertigen Lebensverhältnissen leisten – vorausgesetzt, er erfolgt unter realistischen finanziellen Rahmenbedingungen und mit einer tragfähigen Gegenfinanzierung. Daher müsste die Finanzierung eines solchen Vorhabens zunächst verlässlich geklärt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Angebote nicht nur saisonal, sondern ganzjährig etabliert werden sollen. Auch eine enge Koordination zwischen kommunalen Verkehrsverbünden, Kreisen, Verkehrsbetrieben sowie Jugendringen bleibt ein zentraler Baustein, um vorhandene Ressourcen effizient zu nutzen und tatsächlich bedarfsgerechte Lösungen zu entwickeln.

Denise Loop, Landesgruppensprecherin der schleswig-holsteinischen Abgeordneten Grüne im Bundestag

Wir unterstützen den Vorschlag im Grundsatz. Noch besser wäre es aber, den ÖPNV in Schleswig-Holstein per Umlage zu finanzieren. Dann wäre der ÖPNV für alle einfach nutzbar und Ticketkontrollen könnten abgeschafft werden.Wenn Menschen unter 18 Jahren dabei nichts bezahlen müssen, würde das alle anderen nur 10,8 € pro Monat kosten. Das kann dann mit einem zusätzlichen Finanzierungssystem für Azubis, BuFDis und Studierende kombiniert werden, wobei sich auch die Arbeitgeber beteiligen sollten.

Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Sicherheit junger Menschen, insbesondere im ländlichen Raum, hat für uns eine hohe Priorität. Initiativen wie sogenannte „Partybusse“ sind ein gutes Beispiel für kommunales Engagement, um sichere und bezahlbare Mobilität in den Nachtstunden zu ermöglichen. Gleichzeitig zeigt der Blick in andere Regionen Schleswig-Holsteins, dass bereits unterschiedliche und funktionierende Konzepte existieren. So hat beispielsweise der Kreis Nordfriesland mit dem „Nacht-Taxi“ ein Modell etabliert, das gezielt auf die regionalen Bedürfnisse zugeschnitten ist und jungen Menschen auch in den späten Abend- und Nachtstunden eine flexible Mobilität ermöglicht. Diese Beispiele machen deutlich, dass die Gegebenheiten und Anforderungen von Kreis zu Kreis erheblich variieren. Während in einigen Regionen Buslösungen sinnvoll sind, bieten andernorts ergänzende Angebote wie Taxi- oder On-Demand-Verkehre die passgenauere Lösung. Vor diesem Hintergrund halten wir eine einheitliche landesweite Regelung für nicht zielführend. Stattdessen setzen wir auf flexible, regional angepasste Modelle, die vor Ort gemeinsam mit Kommunen, Verkehrsverbünden und weiteren Akteuren entwickelt und umgesetzt werden.

CDU-Landtagsfraktion

Junge Menschen im ländlichen Raum brauchen sichere und bezahlbare Möglichkeiten, auch am Abend und in der Nacht mobil zu sein. Wer will, dass Jugendliche selbstständig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, muss verlässliche Angebote schaffen – gerade dort, wo der klassische Linienverkehr an seine Grenzen stößt. Konzepte wie sogenannte „Partybusse“ können einen wichtigen Beitrag leisten, um Sicherheit zu erhöhen und zugleich unnötige Autofahrten zu vermeiden. Als SPD-Landtagsfraktion setzen wir uns für einen nachhaltigen, vernetzten und attraktiven ÖPNV ein, der verschiedene Verkehrsträger sinnvoll miteinander kombiniert. Umso problematischer ist es, dass die schwarz-grüne Landesregierung mit dem Fahrplanwechsel 2025 Zugverbindungen gestrichen hat – insbesondere in den Abendstunden und am Wochenende. Jede Kürzung schwächt die Attraktivität des Gesamtsystems und sendet ein falsches Signal für die dringend notwendige Verkehrswende. Wer Mobilität im ländlichen Raum stärken will, darf bestehende Angebote nicht ausdünnen. Wir unterstützen daher grundsätzlich Ansätze, die nächtliche Mobilität für junge Menschen verbessern. Dabei lohnt auch der Blick in andere Bundesländer: In Mecklenburg-Vorpommern hat die dort SPD-geführte Landesregierung ein vergünstigtes Taxi-Ticket für Jugendliche eingeführt – ein spannender Ansatz, um flexible und sichere Heimfahrten zu ermöglichen. Solche Modelle zeigen, dass kreative Lösungen möglich sind, wenn der politische Wille vorhanden ist. Klar ist aber auch: Der Personalmangel im Verkehrssektor wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Wenn Nacht- und Sonderverkehre dauerhaft verlässlich angeboten werden sollen, müssen wir perspektivisch auch autonome Fahrzeuge mitdenken – gerade für kleinere, flexible Shuttle-Angebote im ländlichen Raum. Autonome Mobilität ist keine Spielerei, sondern kann ein zentraler Baustein sein, um Mobilität auch dann zu sichern, wenn klassische Fahrermodelle an ihre Grenzen stoßen. Leider hat die schwarz-grüne Landesregierung Initiativen in diese Richtung bisher abgelehnt.

SPD-Landtagsfraktion