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Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert, jährlich und möglichst schulübergreifend einen „Klimabildungstag“ an Schulen einzuführen. Ziel ist es, Schüler:innen über Klimawandel, Nachhaltigkeit, Umweltgerechtigkeit und individuelle Handlungsmöglichkeiten zu informieren. Der Tag soll praxisnah gestaltet werden, mit zum Beispiel Workshops, Exkursionen und Projekten in Kooperation mit Umweltorganisation und lokalen Initiativen.
Die Linke unterstützt einen Klimabildungstag an Schulen, um Schüler*innen für Klimagerechtigkeit zu sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Der Tag sollte nicht nur informieren, sondern auch zum gemeinsamen Handeln motivieren und mit Umweltorganisationen zusammenarbeiten.
Die Grüne Landtagsfraktion Schleswig-Holstein unterstützt das Ziel, Klimabildung an Schulen zu stärken. Gerade deshalb halten wir es für wichtig, Klimathemen nicht vorrangig auf einen einzelnen Aktionstag zu konzentrieren. So sinnvoll besondere Projekttage als Impuls sein können, ersetzen sie keine kontinuierliche Bildungsarbeit. Die Klimakrise, Fragen nachhaltigen Wirtschaftens, des Ressourcenschutzes und globaler Gerechtigkeit sind so grundlegend, dass sie dauerhaft im Unterrichtsalltag verankert sein müssen. Aus unserer Sicht ist es sinnvoller, wenn diese Themen regelmäßig und altersgerecht in den Unterricht verschiedener Fächer einfließen, statt sie vor allem in ein einmal jährlich stattfindendes Sonderformat auszulagern. Für uns GRÜNE ist daher entscheidend, die dauerhafte Integration von Klimabildung in Schule zu stärken. Unser Ziel ist, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung selbstverständlich zum schulischen Lernen gehört – verlässlich, fächerübergreifend und langfristig. Ein eigenverantwortlich durchgeführter Klimabildungstag kann dabei sehr gut ergänzen, nicht aber die kontinuierliche Verankerung im Unterricht ersetzen.
Aus meiner Sicht ist der Vorschlag, einen jährlichen Klimabildungstag an Schulen einzuführen, eine sehr sinnvolle Initiative. Klimabildung ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass junge Menschen die Herausforderungen der Klimakrise verstehen und eigene Handlungsmöglichkeiten entwickeln können. Deshalb halte ich es für wichtig, dass Klimabildung in allen Schulformen und Altersstufen verankert und gestärkt wird. Viele Aspekte von Bildung für nachhaltige Entwicklung sind zwar bereits in den Curricula enthalten, in der Praxis zeigt sich jedoch oft, dass Lehrkräfte im Schulalltag wenig Zeit haben, diese Themen vertieft und praxisnah zu behandeln. Ein gemeinsamer Klimabildungstag könnte hier einen zusätzlichen Raum schaffen, um Wissen zu vermitteln, Diskussionen anzustoßen und konkrete Projekte umzusetzen. Besonders sinnvoll finde ich den Ansatz, diesen Tag praxisnah zu gestalten – etwa durch Workshops, Exkursionen oder Projektformate. Gute Beispiele dafür gibt es bereits, etwa im Rahmen der Kieler Klimawoche, bei der Schulen mit verschiedenen Trägern, Umweltorganisationen und lokalen Initiativen zusammenarbeiten. Solche Kooperationen ermöglichen es, Expertise von außen einzubringen und Schüler*innen unterschiedliche Perspektiven auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit näherzubringen. Damit ein Klimabildungstag erfolgreich umgesetzt werden kann, braucht es jedoch auch entsprechende Rahmenbedingungen. Dazu gehört, Lehrkräfte gezielt für Klimabildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung fortzubilden und ihnen geeignete Materialien und Unterstützungsangebote zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig ist es wichtig, Zuständigkeiten zwischen Land, Schulen und externen Partnern klar zu definieren, damit Lehrkräfte nicht zusätzlich belastet werden. Ein solcher Tag sollte die Schulen unterstützen – nicht noch mehr organisatorischen Druck erzeugen. Wenn es gelingt, Schulen, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und lokale Initiativen zusammenzubringen, kann ein Klimabildungstag ein starkes Signal sein: für mehr Wissen, mehr Beteiligung und mehr Verantwortung im Umgang mit unserer Umwelt.
Jede Maßnahme, die dem Klimaschutz förderlich ist, sollte ergriffen werden. Bildung für nachhaltige Entwicklung kann einen Beitrag leisten, um Orientierung in einer Zeit globaler Krisen zu geben. Bildung für nachhaltige Entwicklung kann Erklärungen für komplexe Zusammenhänge liefern, zur kritischen Urteilsfähigkeit anregen und konstruktives Denken sowie die Entwicklung von Alternativen fördern. Schulpolitik fällt in die Verantwortung der Länder, entsprechend auch die Einführung zusätzlicher Projekttage. Auf Bundesebene können Impulse gesetzt und Programme unterstützt werden, die Bildung für nachhaltige Entwicklung stärken. So förderte die Bundesregierung in der vergangenen Legislaturperiode beispielsweise das Projekt „Klimabildung in Schulen in Strukturwandelregionen“ (KiS) als Maßnahme des Klimaschutzprogramms 2030. Außerdem wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit eine Studie zur Verankerung von Klimabildung in den formalen Lehrvorgaben erarbeitet. Diese Analyse erfasste den Status quo der Klimabildung in den Bildungsinstitutionen in Deutschland und leitete daraus Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger ab.
Wir unterstützen durchaus die Forderung von Jugend im Landtag Schüler:innen über Klimawandel, Nachhaltigkeit, Umweltgerechtigkeit und individuelle Handlungsmöglichkeiten zu informieren. Dies sollte jedoch im Rahmen von Schulentwicklungstagen geschehen, wobei die Schule daraus ein bestimmtes Profil entwickelt. Nachhaltigkeit sollte dabei in den Fokus gerückt werden. Die Schule, die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte sollten sich dabei an den UN-Nachhaltigkeitszielen orientieren, sodann würde dies auch dem Klima helfen. Um solche Tage erlebbar zu gestalten, könnten Projekte wie das Anlegen eines Schulgartens, ein grünes Klassenzimmer, der Bau eines Fahrradschuppens, PV auf dem Schuldach oder Wasserspender an der Schule durchgeführt werden.
Die Bekämpfung des menschengemachten Klimawandels, die Förderung von Nachhaltigkeit und das Eintreten für Umweltgerechtigkeit sind Teil der Grünen Identität und werden von der Grünen Bundestagsfraktion grundsätzlich immer mitgedacht. Wir begrüßen das Engagement, diese Themen explizit in den Schulen zu verankern, verweisen jedoch aufgrund der Zuständigkeit auf die Landespolitik.
Der Folgen des Klimawandels sind eine der größten Bedrohungen für die menschliche Zivilisation, besonders für uns in Schleswig-Holstein als Land zwischen den Meeren. Auch Kinder und Jugendliche sorgen sich vor diesem Hintergrund um die Zukunft. Es ist die Aufgabe der Schulen, die Sorge der Schüler*innen ernst zu nehmen und den Themenkomplex im Unterricht und ggf. darüber hinaus zu behandeln. Nur so können Schüler*innen für politische Probleme der Gegenwart sensibilisiert werden und eine partizipative Schulkultur entstehen. Wir unterstützen die Forderung nach einem Projekttag, der Schüler*innen explizit zum Handeln anregen möchte. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass der Klimawandel ein gesellschaftliches Problem darstellt, das nicht durch individuelle Entscheidungen von einzelnen Personen behoben werden kann. Vielmehr gilt es politische Initiativen zu starten, um ein Wirtschaftssystem zu schaffen, in dem sozial und ökologisch nachhaltig gewirtschaftet wird (Drs. 20/3453). Außerdem sollte ein möglicher Projekttag stets im Regelunterricht vorbereitet werden und dessen Ergebnisse nachhaltig gesichert werden.