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JiL_2025_01_51 Neu Förderung von regionalen Schulessen mit Bio- und Lokalen- Produkten, Arbeitskreis 3

"Förderung von regionalen Schulessen mit Bio- und Lokalen- Produkten"

Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert, die Schulverpflegung stärker ökologisch und regional auszurichten. Dazu sollen Schulen finanzielle Unterstützung erhalten, verpflichtend vegane Alternativen anbieten sowie Partnerschaften mit den Höfen eingehen, um den finanziellen Aspekt zu verringern und den Höfen eine sichere Abnahmequelle geben. Dadurch können Bio- und regionale Produkte in unsere Mensen integriert werden. Ziel ist das Erlernen einer gesunden und nachhaltigen Ernährung und die Stärke von regionaler Landwirtschaft.

Wir GRÜNE begrüßen das Anliegen, die Schulverpflegung stärker ökologisch und regional auszurichten und dabei auch vegane Alternativen zu stärken, ausdrücklich. Die konkrete Ausgestaltung und Finanzierung der Schulverpflegung liegt jedoch in der Verantwortung der Schulträger (Kommunen) und damit nicht in der Zuständigkeit des Landes.

Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Linke fordert eine Umstellung auf regionale und bio-zertifizierte Schulverpflegung, finanziell gefördert vom Land. Vegane und vegetarische Optionen sind Pflicht. Direkte Partnerschaften mit lokalen Höfen stärken die regionale Landwirtschaft und verkürzen Lieferketten.

Lorenz Gösta Beutin, Landesgruppensprecher der schleswig-holsteinischen Abgeordneten der Linken im Bundestag

Die Schulverpflegung stärker ökologisch und regional auszurichten, ist absolut sinnvoll und unterstützenswert. Davon profitieren Kinder, die die Chance haben, sich gesünder zu ernähren, das Klima profitiert von kurzen Lieferwegen, ein erhöhter Anteil an Bio- und regionalen Produkten stärkt Nachhaltigkeit und verlässliche Abnahmeverträge mit Höfen in Schleswig-Holstein sorgen für regionale Wertschöpfung, geben Planungssicherheit und unterstützen die Landwirtschaft vor Ort. Eine verpflichtende vegane Alternative kann ein zeitgemäßes Angebot sein, sofern sie im konkreten Rahmen akzeptiert und organisatorisch umsetzbar ist. Für uns als SPD ist darüber hinaus wichtig, dass gesunde, nachhaltigere Ernährung an Schulen keine Frage des Geldbeutels sein darf. Jedes Kind muss unabhängig vom Einkommen der Eltern Zugang zu einer guten und gesunden Mahlzeit in der Schule haben. Eine Umstellung des Mensa-Essens hin zu mehr Bioanteilen und lokalen Bezugsquellen muss deshalb sozial ausgewogen ausgestaltet sein, damit Jugendliche nicht ausgeschlossen werden. Schulverpflegung zu bezuschussen, ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg, muss aber für Kommunen und Länder auch leistbar sein. Hier sind zunächst die Schulträger als Akteure vor Ort, auch Zuliefererbetriebe und das Land als übergeordnete Ebene gefragt, um schrittweise bürokratiearme Lösungen zu erarbeiten. Wir als SPD-Fraktion sprechen uns darüber hinaus für eine Unterstützung auch durch den Bund aus, denn kostenfreie Mittagessen in der Schule sind unserer Meinung nach längst überfällig.

Nina Scheer, Landesgruppensprecherin der schleswig-holsteinischen Abgeordneten SPD im Bundestag

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist entscheidende Voraussetzung für Lebensqualität und gesundheitliche Entwicklung. Das gilt allgemein, aber besonders für junge Menschen, deren Körper sich im Wachstum befinden. Daher unterstützen wir die Stellungnahme von Jugend im Landtag, die Schulverpflegung stärker ökologisch und regional auszurichten. Richtig ist dabei auch, dass mit entsprechenden Kooperationen die regionalen Produzenten und Veredler unterstützt werden. Durch den regionalen und ökologischen Ansatz wird zudem ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet. Der Schulträger ist verantwortlich für die Vergabe des Mensabetriebes. Gerade gesunde Lebensmittel sind jedoch teurer geworden. Damit aber auch gutes Essen in der Mensa für alle bezahlbar bleibt, kommen wir nicht umhin, das Land und den Bund stärker in die Pflicht zu nehmen.

SSW-Landtagsfraktion

Als Grüne Bundestagsfraktion setzen wir uns für gutes, gesundes und bezahlbares Essen für alle ein. Deshalb fordern wir mehr Bio- und regionale Lebensmittel in Kitas, Schulen und Kantinen. Wir fordern: Für die Umstellung auf gesundes Essen mit regionalen und Bio-Lebensmitteln sollen Fördermittel von der Bundesregierung bereitgestellt werden. Darüber hinaus setzen wir uns für eine bessere Vernetzung ein: Nicht nur Kitas und Schulen sollen beim Thema gesunde und nachhaltige Verpflegung unterstützt werden, sondern auch Pflegeheime, Krankenhäuser und Kantinen. Verbindliche Standards sollen dabei eine gute Essensqualität garantieren. Die konkrete Umsetzung potenzieller Fördermittel erfolgt aufgrund der Zuständigkeit auf Landesebene.

Denise Loop, Landesgruppensprecherin der schleswig-holsteinischen Abgeordneten Grüne im Bundestag

Für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist gesundes Essen essenziell. Die Schule hat dabei eine Vorbildfunktion und sollte den Schüler*innen nicht nur eine ausgewogene Ernährung anraten, sondern diese auch bereitstellen können. Zudem stellen die Folgen des Klimawandels eine immer stärkere Bedrohung dar, insbesondere für die junge Generation. Die Landwirtschaft ist dabei in einer Doppelrolle als Verursacher und Betroffener und sollte in der politischen Diskussion stärker in den Fokus genommen werden. Wir unterstützen die Einführung eines kostenlosen und gesunden Mittagessens (JiL 38/24+28). Es ist aus unserer Sicht sinnvoll, heimische (Bio-)Betriebe zu unterstützen, um einerseits die lokale Wirtschaft zu stärken und andererseits den CO2-Ausstoß zu verringern. Die Schüler*innen profitieren von einem gesunden Mittagessen durch bessere geistige und körperliche Leistungsfähigkeit sowie vom sozialen Miteinander beim Essen, denn es gilt auch: Je besser das Essen, desto mehr Schüler*innen werden es zu sich nehmen.

SPD-Landtagsfraktion

Mehr regionale und ökologische Produkte in der Schulverpflegung können sinnvoll sein, wenn sie die Qualität verbessern und die regionale Wertschöpfung stärken. Partnerschaften mit Höfen können dabei ein kluger Weg sein, um stabile Lieferketten aufzubauen und gleichzeitig Ernährungskompetenz praktisch erlebbar zu machen. Eine starre Verpflichtung – ob bei der Beschaffung oder einer verpflichtenden veganen Option –, sehen wir kritischer, weil die Ausgangslagen der Schulen und Träger sehr unterschiedlich sind und die Umsetzung nicht immer zu vertretbaren Aufwendungen und Kosten zu gewährleisten sein dürfte. Entscheidend ist am Ende, dass es beim Essen eine praxistaugliche Umsetzung gibt, die bezahlbar und verlässlich ist – und dass Schulen Gestaltungsspielraum behalten, um ein abwechslungsreiches Angebot für alle Schülerinnen und Schüler zu machen.

FDP-Landtagsfraktion

Die CDU-Fraktion begrüßt grundsätzlich das Ziel, Schulverpflegung gesund, ausgewogen und nachhaltig zu gestalten. Eine qualitativ hochwertige Verpflegung in Schulen ist ein wichtiger Beitrag zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und zur Bildung eines bewussten Ernährungsverhaltens. Gleichzeitig ist auf die Zuständigkeitsstruktur hinzuweisen: Für die Organisation und Ausgestaltung der Schulverpflegung sind in die Schulträger verantwortlich. Sie entscheiden im Rahmen ihrer kommunalen Selbstverwaltung über konkrete Angebote, Lieferketten und Kooperationsmodelle vor Ort. Eine landesweite Verpflichtung zur konkreten Ausgestaltung von Speiseplänen oder zur verbindlichen Vorgabe bestimmter Ernährungsformen würde daher in diese Zuständigkeiten eingreifen. Die CDU-Fraktion begrüßt grundsätzlich eine regionale und ökologische Ausrichtung der Schulverpflegung, sofern diese praktikabel, wirtschaftlich tragfähig und vor Ort umsetzbar ist. Bereits heute nutzen viele Schulträger regionale Anbieter und berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien im Rahmen der Ausschreibungen. Ebenso werden ernährungsbezogene Themen im Unterricht sowie im Rahmen der schulischen Gesundheitsbildung vermittelt. Eine verpflichtende Vorgabe veganer Alternativen lehnt die CDU-Fraktion hingegen ab. Ernährungsangebote sollten sich an den Bedürfnissen, der Akzeptanz und den organisatorischen Möglichkeiten vor Ort orientieren. Vorgaben zur konkreten Speisegestaltung sind aus unserer Sicht nicht Aufgabe des Landes, sondern Teil der eigenverantwortlichen Entscheidung der Träger und Caterer.

CDU-Landtagsfraktion