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Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert,
Jungforscherinnen und Jungforscher zu fördern, durch:
- Förderung von MINT an Schulen
- Aufmerksam machen von Lehrerinnen und Lehrern auf MINT-bezogene Angebote für Schülerinnen und Schüler
- Förderung von Schülerforschungszentren und weiteren Lerneinrichtungen
- Freistunden / zusätzliche Lehrstunden für Lehrerinnen und Lehrer, um Schülerinnen und Schüler besser bei ihren Projekten zu unterstützen
- Bessere Entlohnung von ehemaligen Schülerinnen und Schülern als Betreuerinnen und Betreuer an Schülerforschungszentren
Die Linke unterstützt die Förderung von Jungforscher*innen, insbesondere den Ausbau von Schülerforschungszentren und die Entlastung von Lehrkräften. Allerdings muss MINT-Förderung eingebettet sein in eine ganzheitliche Bildung, die auch soziale, ökologische und gesellschaftliche Themen umfasst. Die bessere Entlohnung von Betreuer*innen ist richtig, darf aber nicht zu prekären Beschäftigungsverhältnissen führen.
Selbstverständlich erkennen wir GRÜNE die hohe Bedeutung von MINT-Fächern an Schulen sowohl zur Förderung einzelner Schülerinnen und Schüler als auch für Schleswig-Holstein als Wissenschafts- und Forschungsstandort an. Hierfür setzen wir uns dafür ein, dass sich der Unterricht insbesondere in diesen Fächern stärker an der Lebenspraxis der Schülerinnen und Schüler orientiert. Dadurch erhoffen wir uns ein stärkeres Interesse von jungen Menschen die MINT-Fächer zu studieren. Ergänzend begrüßen wir Angebote, bei denen Schülerinnen und Schüler schon früh Einblicke in die Hochschulen bekommen – etwa durch Schnupperstudium, Schüler*innenlabore oder die Teilnahme an ausgewählten Lehrveranstaltungen – um Interesse an Forschung zu wecken und Talentförderung zu ermöglichen. Außerdem sehen wir ein hohes Potenzial sowohl an kooperativen und interaktiven Methoden als auch am Einsatz digitaler Medien, um den Unterricht spannender, abwechslungsreicher und somit attraktiver zu gestalten.
Den Appell zur stärkeren Förderung von Jungforscherinnen und Jungforschern begrüßt die SPD-Bundestagsfraktion ausdrücklich. Im Koalitionsvertrag von SPD und CDU/CSU vom April 2025 haben wir ausdrücklich festgehalten, dass wir bundesweit die frühe MINT-Bildung ausbauen, Wettbewerbe wie „Jugend forscht“ stärken sowie unternehmerisches Denken und Bildung für nachhaltige Entwicklung fördern wollen. Allerdings sind in unserem föderalen System für die inhaltliche Ausrichtung der Schulen, für die Anzahl und Finanzierung der Lehrkräfte und damit auch für die Gewährung von Freistunden/zusätzlichen Lehrstunden allein die Bundesländer verantwortlich – und dabei gibt es bundesweit enorme Unterschiede, wenngleich Schleswig-Holstein im MINT-Bereich wichtige Grundlagen geschaffen hat und MINT-Fächer fest im schulischen Alltag verankert sind. Ergänzend dazu leisten Projektwochen, Arbeitsgemeinschaften und Programme wie „Mathe macht stark“ einen wichtigen Beitrag. Der Bund unterstützt Wettbewerbe wie „Jugend forscht“ oder naturwissenschaftliche Olympiaden, die jungen Menschen Chancen bieten, über den Unterricht hinaus aktiv zu werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung betont seit Jahren, dass solche Wettbewerbe: nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch Selbstorganisation, Durchhaltevermögen und Teamfähigkeit fördern. Viele ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichten, dass diese Erfahrungen prägend für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg waren. Die bestehenden Schülerlabore, MINT-Akademien und insbesondere die Schülerforschungszentren in Schleswig-Holstein sind bereits ein starkes Fundament. Sie ermöglichen individuelles, forschendes Lernen und schaffen wertvolle Verbindungen zwischen Schule, Wissenschaft und Wirtschaft. Dass diese Angebote kostenfrei und landesweit zugänglich sind, ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Die Forderung nach einer weiteren Stärkung der MINT-Förderung unterstützen wir Sozialdemokraten daher ausdrücklich. Eine konsequente Weiterentwicklung der bestehenden Strukturen – im engen Zusammenspiel von Bund, Ländern, Schulen, Wissenschaft und Wirtschaft – ist der richtige Schritt, um die nächste Generation von Forscherinnen und Forschern zu fördern.
Wir setzen uns schon lange dafür ein, MINT-Angebote an Schulen stärker zu fördern. Insbesondere ist es uns ein Anliegen, auch Mädchen für den MINT-Bereich zu begeistern, mit dem Ziel eine geschlechtergerechte Förderung von Nachwuchstalenten sicherzustellen. Hierbei sollte es unseres Erachtens nicht nur einen Fokus auf die Gymnasien geben, die Förderung sollte vielmehr allen Schülerinnen und Schülern an den weiterführenden Schulen offenstehen. Die Schülerforschungszentren sind ein tolles Lernangebot außerhalb des regulären Unterrichts, das wir unbedingt weiter fördern sollten, die Betreuerinnen und Betreuer sollten hierbei natürlich angemessen entlohnt werden. Wir als SSW wollen uns perspektivisch auch für ein Schülerforschungszentrum an einer dänischen Schule einsetzen, damit dieses Angebot auch den Schülerinnen und Schülern der dänischen Minderheit offensteht.
Als Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen unterstützen wir die Forderung nach einer Förderung von MINT an Schulen. Eine Ausgestaltung der Lehrinhalte obliegt jedoch den Ländern, weshalb an dieser Stelle an die Landesregierung zu verweisen ist.
Schüler*innen, die sich über den regulären Unterrichtsstoff hinaus für ein Thema interessieren, sollten die Möglichkeit bekommen sich auch nach dem Unterricht damit zu befassen. Dies gilt insbesondere für die MINT-Fächer. Dabei geht es nicht nur darum, den Spaß am Lernen zu fördern, sondern auch perspektivisch mehr junge Menschen für ein (Lehramts-)Studium zu begeistern und insbesondere mehr Lehrer*innen für MINT-Fächer zu gewinnen. Der zusätzliche Arbeitsaufwand, der für Schülerprojekte aktuell von vielen Lehrkräften geleistet wird, sollte allerdings berücksichtigt werden. Deshalb setzt sich die SPD-Fraktion dafür ein, die Stundenbelastung von besonders engagierten Lehrkräften zu reduzieren und neue Lehrkräfte beim Berufseinstieg besser zu betreuen (Drs. 20/678). Außerdem sollten auch außerschulische Förderangebote wie Schülerforschungszentren oder Wettbewerbe wie „Jugend forscht“ stärker unterstützt werden. Die SPD befürwortet zudem eine angemessene Bezahlung von Betreuungspersonen, egal ob im Vormittagsunterricht, im Ganztag oder im Schülerforschungszentrum. Arbeit muss nach gerechtem Tarif entlohnt werden, ganz gleich welcher Beschäftigungsgrad vorliegt (Drs. 20/2132 und 20/4193).
Forschung und Entwicklung sind ein wesentlicher Faktor für die gesellschaftliche, medizinische und wirtschaftliche Entwicklung unseres Bundeslandes. Wir unterstützen daher jegliche Möglichkeiten, um sowohl die Forschung als auch die Bildung im MINT-Bereich zu verbessern. Die sich verschlechternden Ergebnisse der einschlägigen Bildungsstudien zeigen, dass gerade im Bereich von Mathematik eine Kraftanstrengung an unseren Schulen nötig ist, um wieder bessere Leistungen der Schülerinnen und Schüler zu erreichen.
Die CDU-Landtagsfraktion misst der Förderung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) eine herausragende Bedeutung bei. MINT-Kompetenzen sind eine zentrale Voraussetzung für Innovation, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die Bewältigung gesellschaftlicher Zukunftsfragen – vom Klimaschutz über die Digitalisierung bis hin zur medizinischen Forschung. Gleichzeitig bieten MINT-Berufe jungen Menschen hervorragende berufliche Perspektiven und sind für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein von großer Bedeutung. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich den Einsatz für eine Förderung von Jungforscherinnen und Jungforschern. Viele Schülerinnen und Schüler zeigen bereits heute großes Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Fragestellungen. Dieses Interesse frühzeitig zu wecken und nachhaltig zu fördern, ist ein wichtiges bildungspolitisches Ziel. Wir sind dankbar für die konkreten Anregungen und Vorschläge. Wir werden die einzelnen Vorschläge in den weiteren politischen Diskussionsprozess aufnehmen und sorgfältig bewerten. Das Land Schleswig-Holstein setzt bereits zahlreiche Maßnahmen um, um die MINT-Bildung an Schulen zu stärken. Dazu gehören die Förderung von MINT-Schwerpunktschulen, Wettbewerben wie „Jugend forscht“, Kooperationen mit Hochschulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen sowie die Unterstützung von Schülerforschungszentren im ganzen Land. Gerade diese Zentren leisten einen wertvollen Beitrag, indem sie Schülerinnen und Schülern ermöglichen, eigenständig zu forschen, praktische Erfahrungen zu sammeln und wissenschaftliches Arbeiten kennenzulernen. Darüber hinaus unterstützt das Land Schulen dabei, Lehrkräfte besser auf bestehende MINT-Angebote aufmerksam zu machen und Netzwerke zwischen Schulen, Wissenschaft und Wirtschaft auszubauen. Denn gute MINT-Förderung gelingt besonders dort, wo Unterricht, Praxis und individuelle Förderung eng miteinander verbunden werden. Auch die Arbeit engagierter Lehrkräfte verdient besondere Anerkennung. Viele Lehrerinnen und Lehrer investieren bereits heute zusätzliche Zeit und großes persönliches Engagement, um Schülerinnen und Schüler bei Wettbewerben, Forschungsprojekten oder Arbeitsgemeinschaften zu begleiten. Dieses Engagement ist für die Entwicklung junger Talente von unschätzbarem Wert. Deshalb ist es wichtig, Schulen weiterhin die notwendigen Freiräume und Unterstützungsmöglichkeiten zu geben, um solche Projekte erfolgreich umzusetzen. Ebenso leisten ehemalige Schülerinnen und Schüler sowie weitere ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer einen wichtigen Beitrag in Schülerforschungszentren und vergleichbaren Einrichtungen. Sie bringen praktische Erfahrungen ein und wirken häufig als motivierende Vorbilder für jüngere Schülerinnen und Schüler. Schleswig-Holstein soll ein Land bleiben, in dem Neugier, Forschergeist und Innovation gefördert werden. Deshalb werden wir die bestehenden Maßnahmen zur MINT-Förderung weiterentwickeln und die Rahmenbedingungen dafür stärken, dass junge Menschen ihre Talente bestmöglich entfalten können.