Navigation und Service des Schleswig-Holsteinischen Landtags

Springe direkt zu:

JiL_2025_01_57 Neu Anerkennung und Förderung des Ehrenamts, Arbeitskreis 2

"Anerkennung und Förderung des Ehrenamts"

Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert, die Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit im Land auszuweiten und eine angemessene Anerkennung für alle ehrenamtlichen tätigen Personen einzuführen. Diese soll altersgerecht gestaltet werden, zum Beispiel durch die Erweiterung/Optimierung der Ehrenamtskarte.

Aktuell erarbeitet die Landesregierung eine neue Ehrenamtsstrategie, die ressortübergreifend ausgelegt und gestaltet werden soll. Auch die Anerkennung ehrenamtlichen Engagements und dessen Ausweitung, eine altersangemessene Ausgestaltung und die Optimierung der Ehrenamtskarte werden hierbei berücksichtigt.

Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Linke fordert eine bessere Anerkennung und Förderung des Ehrenamts, etwa durch eine verbesserte Ehrenamtskarte mit echten Vergünstigungen, steuerliche Vorteile, Unfallversicherung und Aufwandsentschädigungen. Ehrenamt darf nicht zur Ausbeutung führen.

Lorenz Gösta Beutin, Landesgruppensprecher der schleswig-holsteinischen Abgeordneten der Linken im Bundestag

Der Beschluss, die Ehrenamtskarte weiterzuentwickeln und altersgerecht auszugestalten, ist unterstützenswert. Initiativen zur Würdigung und Förderung des Ehrenamts müssen auch auf Landesebene ausgebaut werden. Auch der Bundestag stärkt das Ehrenamt. So beschloss das Parlament, die Ehrenamtspauschale ab 2026 auf bis zu 960 Euro jährlich zu erhöhen. Der Übungsleiterfreibetrag soll auf bis zu 3.300 Euro steigen. Ergänzend unterstützen Programme wie die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt Vereine und Initiativen. Mit der Einrichtung einer Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt sowie der Erweiterung des Bundestagsausschusses für Sport um den Bereich Ehrenamt hat das Thema auch strukturell seit dieser Legislaturperiode mehr Gewicht in der Bundesregierung und im Parlament erhalten.

Nina Scheer, Landesgruppensprecherin der schleswig-holsteinischen Abgeordneten SPD im Bundestag

Als SSW können wir diese Forderung nachvollziehen. Das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Gesellschaft und verdient mehr als nur warme Worte. Wir teilen daher die Auffassung, dass die bisherige Anerkennung oft zu symbolisch bleibt. Auch wir wollen die Ehrenamtskarte zu einem echten Instrument der Wertschätzung weiterentwickeln, das im Alltag spürbare Vorteile bietet. Besonders für junge Menschen muss Engagement attraktiver werden – beispielsweise durch die Anrechnung von Ehrenamt auf Wartesemester. Wir setzen uns im Landtag dafür ein, dass bürokratische Hürden abgebaut werden und Engagement nicht an zu hohen persönlichen Kosten scheitert. Anerkennung muss dabei alle Generationen erreichen und die Vielfalt des Ehrenamtes widerspiegeln. Für uns als SSW steht fest: Wer Zeit und Energie für das Gemeinwohl aufwendet, darf am Ende des Tages nicht draufzahlen. Als SSW werden wir daher auch weiterhin an tragfähigen Lösungen für eine stärkere Anerkennungskultur für das Ehrenamt arbeiten.

SSW-Landtagsfraktion

Ehrenamtliches Engagement ist ein zentraler Bestandteil des sozialen Gefüges in Deutschland. Als Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen setzen wir uns klar für seine Stärkung ein. Unser grundlegendes politisches Ziel ist es, das Ehrenamt strukturell weiter auszubauen und neue Formen der Anerkennung und Wertschätzung zu entwickeln. Dabei legen wir besonderen Wert darauf, dass finanzielle Mittel in öffentliche Räume fließen - etwa in Sportanlagen, Jugendzentren, Bibliotheken und Theater - und dabei konsequent Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Inklusion berücksichtigt werden. Ein weiterer Fokus liegt auf der Ehrenamtsförderung im ländlichen Raum. Zudem unterstützen wir als Grüne Bundestagsfraktion die Weiterentwicklung von Ehrenamtskarten auf Länderebene. Perspektivisch halten wir auch eine bundesweit gültige Engagementkarte für sinnvoll, die länderübergreifend Vergünstigungen beispielsweise in Theatern, Schwimmbädern oder Museen ermöglicht. In Bezug auf konkrete Forderungen zur Ehrenamtskarte in Schleswig-Holstein verweisen wir jedoch auf die Zuständigkeit der Landespolitik.

Denise Loop, Landesgruppensprecherin der schleswig-holsteinischen Abgeordneten Grüne im Bundestag

Für die SPD-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag ist das Ehrenamt ein zentraler Pfeiler des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Wir sehen die stete Notwendigkeit, freiwilliges Engagement strukturell zu fördern und politisch aufzuwerten. Wir setzten uns dafür ein, konkret die Rahmenbedingungen zu verbessern: Dazu gehören bessere Vereinbarkeit von Ehrenamt und Beruf, der Ausbau von Qualifizierungs- und Beratungsangeboten sowie eine stärkere öffentliche Anerkennung. Auch Initiativen im Landtag zielen darauf ab, kommunale Ehrenamtsstrukturen, Freiwilligenagenturen und Vernetzungsstellen zu stärken, um den Zugang zum ehrenamtlichen Engagement zu erleichtern. Zur Ehrenamtskarte befürworten wir deren Weiterentwicklung. Sie ist ein wichtiges Instrument der Wertschätzung, das bereits Vergünstigungen und gesellschaftliche Anerkennung bietet. Hier erscheint uns die Ausweitung der Bonuspartner etwa aus den Bereichen Wirtschaft, Kultur und ÖPNV sowie die Vereinfachung der Beantragung. Zuletzt haben wir mit dem Antrag „Haus der Partizipation – Beteiligung ein Zuhause geben“ (Drucksache 20/3996) im Januar 2026 uns für ein zentrales räumliches Unterstützungsangebot des Landes stark gemacht.

SPD-Landtagsfraktion