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JiL_2025_01_79 Neu Förderprogramm für jugendgerechte Räume, Arbeitskreis 2

"Förderprogramm für jugendgerechte Räume"

Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert, Kommunen dabei zu unterstützen, öffentliche Treffpunkte für Jugendliche zu schaffen oder zu verbessern (z. B. Skateparks, Jugendcafés, Proberäume, kreative Werkstätten, …).
Die Planung erfolgt mit Jugendlichen zusammen und nicht über sie hinweg.

Junge Menschen sind besonders von Einsamkeit betroffen, das zeigen aktuelle Studien. Nahezu alle nutzen soziale Medien und deren Kommunikationsplattformen, aber das digitale Leben ist kein Ersatz für das reale (soziale) Leben. Auch nach Corona hat sich der physische Kontakt nicht wieder vollständig normalisiert. Deshalb sind öffentliche Treffpunkte, Jugendzentren und Jugendfreizeitangebote enorm wichtig! Die primäre Zuständigkeit liegt hier aus der kommunalen Ebene. Das Land unterstützt im Rahmen freiwilliger Förderung, z. B im Bereich Sport und Kultur.

Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Linke fordert mehr öffentliche Räume für Jugendliche, die sie selbst gestalten können. Die Planung muss partizipativ erfolgen mit Jugendlichen, nicht über sie hinweg. Kommunen brauchen dafür finanzielle Unterstützung vom Land.

Lorenz Gösta Beutin, Landesgruppensprecher der schleswig-holsteinischen Abgeordneten der Linken im Bundestag

Es ist von großer Bedeutung, Jugendlichen in Deutschland ausreichend Räume zur Verfügung zu stellen, die sie in ihrer Freizeit nutzen, mitgestalten und als ihre eigenen erleben können. Solche Orte fördern nicht nur soziale Begegnung und Gemeinschaftssinn, sondern stärken auch das Verantwortungsbewusstsein und die Selbstwirksamkeit junger Menschen. Deshalb unterstützen wir ausdrücklich den Ausbau bestehender Jugendtreffpunkte sowie die Schaffung neuer Angebote. Besonders wertvoll ist es, wenn Jugendliche aktiv in die Planung und Gestaltung dieser Räume einbezogen werden. Nur wenn ihre Ideen und Bedürfnisse ernst genommen werden, entstehen Orte, die wirklich angenommen werden. Diese dienen als geschützte Freiräume und Erfahrungsräume demokratischer Teilhabe. Allerdings liegt es maßgeblich in den Händen der Städte und der Kommunen, solche Einrichtungen zu schaffen und zu unterhalten. Wir sehen deshalb das Land in der Verantwortung die finanziellen Mittel für die Kommunen bereitzustellen und unterstützen alle Maßnahmen der Landesregierung in Schleswig-Holstein, um solche Räume für Jugendliche zu schaffen. Auf Bundesebene tragen wir durch Anschubfinanzierungen und gezielte Projekte dazu bei, die Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen zu verbessern.

Nina Scheer, Landesgruppensprecherin der schleswig-holsteinischen Abgeordneten SPD im Bundestag

Für die persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist es wichtig jugendgerechte Räume in den Kommunen zu schaffen. Dabei leisten solche Räume vielseitige Funktionen je nach Art und Zielsetzung. Sie sind Treffpunkt für Gleichaltrige, stärken damit die soziale Integration und Begegnung. Sie sind Sportstätte und wichtig für die körperliche und mentale Entwicklung. Sie sind Schutz- und Rückzugsraum, wo pädagogische Fachkräfte bei Bedarf helfen können. Damit bieten solche Orte den Jugendlichen die Möglichkeit, jenseits von Leistungsdruck und elterlicher Kontrolle soziale Beziehungen aufzubauen und ihre Identität zu festigen. Diesen Ansatz unterstützen wir vom SSW voll und ganz. Richtig ist, dass die Umsetzung auf kommunaler Eben erfolgt. Und wir teilen die Auffassung, dass die Planung dann auch immer mit den Kindern und Jugendliche zusammen erfolgen muss. Von Seiten des Landes gibt es verschieden Fördertöpfe, um entsprechende Projekte umzusetzen. Hier ist es Aufgabe der jeweiligen Kommune, die entsprechenden Fördermittel zu beantragen.

SSW-Landtagsfraktion

Wir unterstützen das Interesse jugendgerechte Räume zu schaffen und öffentliche Treffpunkte, wie Jugendzentren und Sport oder Kulturangebote zu stärken. Diese sind sehr wichtig für Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Bundestag stehen wir dafür ein, Kommunen finanziell so auszustatten, dass sie den Spielraum haben solche Angebote bereitzustellen und erhalten zu können. Begegnungsorte für Kinder und Jugendliche sind ein starker Bestandteil von kommunaler Infrastruktur und unterstützen die Einbringung von Menschen. Außerdem ist uns wichtig, junge Menschen an der Gestaltung solcher Lebensräume zu beteiligen. Kommunen sind der Punkt, an dem gesellschaftliches Zusammenleben gestaltet wird und Mitbestimmung eine zentrale Rolle einnimmt. Die Umsetzung solcher Projekte liegt dann natürlich beim Land und den Kommunen selbst, doch setzen wir uns für eine ausreichende Finanzierung für öffentliche Treffpunkte ein. Weiterführende Links: https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/unsere-ziele/kommunen/

Denise Loop, Landesgruppensprecherin der schleswig-holsteinischen Abgeordneten Grüne im Bundestag

Für uns als CDU-Landtagsfraktion ist klar, dass junge Menschen Räume brauchen, in denen sie sich entfalten, sportlich betätigen und Gemeinschaft erleben können. Einrichtungen wie Skateparks und Jugendcafés, Proberäume und kreative Werkstätten ermöglichen Jugendlichen einerseits eine sinnvolle Freizeitnutzung. Andererseits fördern sie auch soziale Kompetenzen, Kreativität und Eigenverantwortung. Wir setzen uns deshalb dafür ein, öffentliche Treffpunkte für Jugendliche zu erhalten, weiterzuentwickeln und neu zu schaffen. Die CDU-geführte Landesregierung hat in den vergangenen Jahren bereits konkrete Projekte in den Kommunen mit erheblichen finanziellen Mitteln unterstützt und ermöglicht. Beispielhaft dafür stehen die Förderung der Freizeitanlage in Husby sowie die Förderung für ein neues Jugendhaus in Süderbrarup. Zudem unterstützt das Land die Kommunen finanziell im Rahmen von Ortskernentwicklungen und Städtebaumaßnahmen, um speziell auch öffentliche Treffpunkte für Jugendliche zu schaffen oder aufzuwerten. Darüber hinaus stellt das Land 25 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes zur Förderung von Modernisierungs- und energetischen Sanierungsmaßnahmen in Stätten der Jugendarbeit bereit. Auch zukünftig werden wir solche Projekte für Jugendliche in den Kommunen unterstützen und zudem die Beteiligung der Jugendlichen vorantreiben.

CDU-Landtagsfraktion

Wir teilen diese Auffassung. Es ist richtig, Kommunen und vor allem junge Menschen dabei zu unterstützen, jugendgerechte Räume zu schaffen. Jugendbeteiligung muss neu gedacht werden. Dafür müssen konkrete Orte geschaffen werden, an denen sich Jugendliche treffen und einbringen können. Entscheidend ist, dass dabei nicht über junge Menschen hinweg geplant wird, sondern gemeinsam mit ihnen. Gute Jugendpolitik braucht nicht nur Beteiligungsformate oder immer neue Leitfäden, sondern auch die passenden Räume, in denen junge Menschen eigenständig wirken können. Was derzeit fehlt, ist der politische Wille, diese auch konsequent zu schaffen. In unserem Antrag (Drucksache 20/4219) zur sozialen Stadtentwicklung aus März 2026 haben wir die Landesregierung aufgefordert, Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu fördern und sie nicht aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen. Es braucht Freiräume mit Treffpunkten wie Plätzen, Park, Jugendzentren und auch für eigene Projekte. Und das alles muss auch erreichbar und bezahlbar sein.

SPD-Landtagsfraktion