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Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert, Pädagogik, besonders bezüglich des Grundschullehramts, im Studium mehr in den Fokus zu stellen.
Wir teilen nicht die Auffassung, dass Pädagogik im Studium für das Grundschullehramt zu wenig berücksichtigt wird. Jedoch sind wir der Auffassung, dass das Lehramtsstudium derzeit noch zu wenig Bezug zur schulischen Praxis hat. Daher muss im Studium stärker auf die Lebenspraxis vorbereitet werden und Studium, Vorbereitungsdienst und Berufseinstiegsphase miteinander verzahnt werden.
Die Linke fordert eine bessere pädagogische Ausbildung für alle Lehrkräfte, insbesondere für Grundschulen. Das Lehramtsstudium muss praxisnäher, pädagogisch fundierter und inklusiv ausgerichtet werden. Dazu gehören auch kleinere Seminare und mehr Praxisphasen.
Deutschlandweit wird darüber diskutiert, wie das Lehramtsstudium weiterentwickelt werden kann. In diesem Zusammenhang wird häufig betont, dass das Studium stärker praxisorientiert sein und realistischer auf den Schulalltag vorbereiten sollte. In einigen Bundesländern wird deshalb derzeit in Erwägung gezogen, Praxis und Studium enger zu verzahnen. Ein Vorteil eines solchen Konzepts wäre, dass die pädagogische Eignung früher gefördert werden könnte. Solche Ansätze wären auch für Schleswig-Holstein grundsätzlich vorstellbar. Die Zuständigkeit für Hochschulen liegt allerdings bei den Ländern, daher entscheidet jedes Bundesland selbst über die genaue Ausgestaltung des Lehramtsstudiums.
Der SSW unterstützt die Forderung, das Grundschullehramtsstudium in Schleswig-Holstein grundlegend zu reformieren und den Anteil der Pädagogik massiv zu erhöhen. Das aktuelle Studium ist in Deutschland oft noch zu stark fachwissenschaftlich überfrachtet. Wir wollen, dass unsere angehenden Lehrkräfte zu Experten für Kindheitsentwicklung und Lernpsychologie werden, statt zu Spezialisten für akademische Detailfragen ihrer Unterrichtsfächer. Allerdings muss eine stärkere pädagogische Spezialisierung mit der vollen Anerkennung des Grundschullehramts einhergehen. Deshalb fordert der SSW: wer pädagogische Höchstleistung erbringt, muss auch entsprechend entlohnt werden. In Finnland ist Pädagogik eine hochangesehene Wissenschaft. Hier dominieren die pädagogische Praxis und aktuelle psychologische Forschung vom ersten Semester an. Studierende in Finnland verbringen viel Zeit in Ausbildungsschulen. Ein Modell, in dem Theorie und Praxis nicht getrennt sind, sondern in dem die Universität die Reflexion der täglichen Schularbeit begleitet. Finnland zeigt uns, dass das Ansehen eines Landes mit der Qualität seiner pädagogischen Ausbildung steht und fällt.
Als Bundestagsabgeordnete für Schleswig-Holstein setzen wir uns für starke Hochschulen ein, was gute Studienbedingungen und eine hohe Qualität von Lehre voraussetzt. Denn nur so können junge Menschen gut auf spätere Tätigkeiten vorbereitet werden. So ist uns wichtig, dass angehende Lehrkräfte in ihrer Ausbildung insgesamt gut auf ihren späteren Alltag vorbereitet werden. Es bedarf dieser Qualität im Studium, damit Bildungsgerechtigkeit verbessert werden kann und Schüler*innen individuell gefördert werden. Die Ausgestaltung dieser konkreten Lehrinhalte des Lehramtsstudiums liegt jedoch in der Zuständigkeit der Hochschulen, und entsprechende Anpassungen müssen somit auch auf Landesebene getroffen werden. Weiterführende links: https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/unsere-ziele/forschung-und-wissenschaft/ https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/was-unsere-politik-fuer-dich-bedeutet/zukunftsinvestition-bildung-bafoeg-und-hochschulen-staerken/
Die konkreten Fachinhalte des Lehramtsstudiums sind Sache der jeweiligen Universitäten. Die Intention des Antrags ist aber nachvollziehbar, denn aktuell arbeiten noch zu viele (Vertretungs-)Lehrkräfte ohne pädagogische Ausbildungen an unseren Schulen. Angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen ist pädagogisch qualifiziertes Personal aber immens wichtig. Denn auch die Qualität des Unterrichts wird durch den Qualifizierungsgrad der Lehrkraft maßgeblich beeinflusst. Die SPD schlägt zur Gewinnung pädagogisch ausgebildeter Fachkräfte vor, die Abschlüsse anderer Bundesländer anzuerkennen sowie Programme wie AbordnungPlus deutlich flexibler zu gestalten (Drs. 20/3122). Des Weiteren sollten Seiten- und Quereinsteiger Wege aufgezeigt und darin unterstützt werden, eine grundständige Lehramtsausbildung nachzuholen. Wir begrüßen die Ankündigung der Landesregierung, den Vorbereitungsdienst zu reformieren und fordern eine begleitete Eingewöhnungsphase, ohne dabei die angehenden Lehrer*innen ins kalte Wasser zu schmeißen.