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Der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Landesregierung werden aufgefordert, verpflichtende Erste-Hilfe-Kurse für Schüler*innen in der 7. Klasse sowie in der 10. Klasse einzuführen. Schulen können diese in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz, der Polizei, der DLRG oder anderen Organisationen umsetzen. Ziel ist es, Jugendliche besser auf den Ernstfall vorzubereiten und ihre Verantwortungsbereitschaft zu stärken.
Wir GRÜNE unterstützen das Ziel, Schülerinnen und Schüler frühzeitig für Notfälle zu sensibilisieren und Verantwortungsbereitschaft zu stärken. Um das Angebot an Erste-Hilfe-Kursen für Schülerinnen und Schüler auszubauen, haben wir dem Deutschen Roten Kreuz Mittel für eine halbe Stelle zur Koordinierung der Erste-Hilfe-Kurse an den Schulen zur Verfügung gestellt.
Die Linke befürwortet verpflichtende Erste-Hilfe-Kurse an Schulen. Dies fördert die Hilfsbereitschaft und kann Leben retten. Die Kurse sollten in Kooperation mit Hilfsorganisationen stattfinden und kostenlos sein. Auch Auffrischungskurse sind sinnvoll.
Wir begrüßen den Vorschlag von Jugend im Landtag ausdrücklich. Erste Hilfe ist eine Alltagskompetenz, die Leben retten kann und jungen Menschen Sicherheit, Verantwortungsbewusstsein und Hilfsbereitschaft vermittelt. Verpflichtende Erste-Hilfe-Kurse in der 7. und 10. Klasse sind aus unserer Sicht ein sinnvoller und praktikabler Ansatz, um Schülerinnen und Schüler altersgerecht auf Notfälle vorzubereiten. Für die älteren ist eine solche Ausbildung auch für die Vorbereitung auf den Führerschein sinnvoll und kann wichtige Vorarbeit leisten. Bereits jetzt gibt es an mehr als 200 weiterführenden Schulen in Schleswig-Holstein den Schulsanitätsdienst. Dies zeigt, dass bei den Schülerinnen und Schülern solche Konzepte bereits jetzt gut ankommen. Klar ist aber auch: Eine solche Aufgabe darf nicht allein bei den Schulen abgeladen werden. Das Land muss gemeinsam mit Schulträgern und ehrenamtlichen Hilfsorganisationen die personellen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen schaffen, damit der Unterricht flächendeckend, zukunftssicher und verlässlich umgesetzt werden kann.
Der SSW unterstützt die Forderung nach verpflichtenden Erste-Hilfe-Kursen in der 7. und 10. Klasse vollumfänglich. (Siehe SSW Antrag: 20/2317„Einführung eines verpflichtenden Unterrichtsangebot zu erste Hilfe Maßnahmen, Schleswig-Holsteins Schulen.“) Die Gefühle von Unsicherheit und Unbehagen, wie wir sie als Erwachsene in Notfällen spüren, erleben Kinder als Angst und Hilflosigkeit. Angst, Hilflosigkeit und der Verlust der Selbstwirksamkeit können zudem zur Traumatisierung führen. Deshalb ist es uns wichtig, dass unsere Kinder früh lernen, was in Notfällen zu tun ist. In erster Linie soll es bei Kindern darum gehen, einen Notfall zu erkennen und Hilfe zu holen. Es gibt ein großes Interesse der Hilfsorganisation und Verbände, dass die KMK-Empfehlung von 2014 zur „Einführung des Wiederbelebung Unterrichts in Schulen im Umfang von zwei Unterrichtsstunden pro Jahr ab der siebten Klasse“, umgesetzt wird. Diese sollte in Schleswig-Holstein altersgerecht auf die jüngeren Klassen erweitert werden. Konzepte wie „Schüler retten Leben“ wurden bereits mit Projektgeldern an Schulen erprobt. Die Nachfrage von Schulen, die das Angebot freiwillig nutzen wollen, besteht weiterhin. Wir wollen, dass junge Menschen in Schleswig-Holstein mit dem sicheren Gefühl aufwachsen: „Ich kann im Notfall helfen.“ Das stärkt nicht nur die Sicherheit im öffentlichen Raum, sondern fördert massiv das Verantwortungsbewusstsein und die Zivilcourage unserer Jugendlichen.
Aus unserer Sicht ist es wichtig Schüler*innen gut auf Notfallsituationen vorzubereiten, und ihre Verantwortungsbereitschaft zu stärken. Kenntnisse in Erster Hilfe sind eine wichtige Kompetenz für den Ernstfall. Daher befürworten wir, die Resilienz unsere Gesellschaft zu stärken und Menschen handlungsfähig in Krisensituation zu machen. Dazu gehört Selbstwirksamkeit zu fördern, indem Wissen über richtiges Verhalten im Notfall frühzeitig vermittelt wird. Gleichzeitig sind Gesundheitskompetenz und zivilgesellschaftliche Akteure in diesen Bereich von großer Bedeutung. Daher sind Angebote, die Ehrenamt und praktischen Fähigkeiten unterstützen, besonders wichtig. Eine konkrete Ausgestaltung im Schulbetrieb ist allerdings eine kommunale Angelegenheit.
Die SPD-Fraktion begrüßt den Vorschlag, Schüler*innen an einem Erste-Hilfe-Kurs teilnehmen zu lassen. Die regelmäßige Wiederholung von Vorgehensweisen und Techniken hilft nachweislich dabei, diese im Ernstfall schnell und richtig anwenden zu können. Wir unterstützen außerdem Projekte wie den Schulsanitätsdienst und machen uns für Projekte wie „Schulgesundheitsfachkräfte“ stark, die die Gesundheitskompetenz von Schüler*innen in Grundschulen stärken (Drs. 20/2829).