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JiL_2025_01_90 Neu Neu Schutz von Kindern und Jugendlichen, Arbeitskreis 2

"Schulunabhängige Ansprechperson bei Übergriffen"

Der Schleswig-Holsteinische Landtag wird aufgefordert, um Kinder und Jugendliche in Schleswig Holstein besser vor Gewalt, Missbrauch, Ausgrenzung und Vernachlässigung zu schützen, verbindliche Schutzkonzepte an allen Schulen, Kitas und Jugendzentren einzuführen. Des weiteren sollten Lehrkräfte, Erzieher.innen und Schulsozialarbeiter.innen zu regelmäßigen Schulungen und Fortbildungen zu häuslicher und sexualisierter Gewalt verpflichtet werden sowie Melde- und Unterstützungswege geschaffen werden, damit Kinder, die sich nicht sicher fühlen, schnell und anonym Hilfe bekommen können. Zusätzlich ist an Schulen eine von den Schulen unabhängige Person zu stellen, an die sich Schüler:innen bei Übergriffen und Diskriminierung jeglicher Art wenden können - egal ob in der Schule, zu Hause oder in der Freizeit.

Wir GRÜNE teilen die Einschätzung, dass Kinder und Jugendliche besser vor Gewalt und Missbrauch geschützt werden müssen. Wir haben deshalb mit der vorletzten Schulgesetznovelle den Schulen verbindlich vorgeschrieben, Schutzkonzepte zu erstellen. Statt Parallelstrukturen einzuführen, setzen wir aber darauf, die bestehenden Strukturen wie Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und Vertrauenslehrkräfte weiter zu stärken.

Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Nicht zuletzt die Zeit der Corona-Pandemie hat große Herausforderungen für den Gewaltschutz von Kindern und Jugendlichen mit sich gebracht. Doch aus Sicht des SSW macht auch die verstärkte Mediennutzung Schutzkonzepte an allen Schulen, Kitas und Jugendzentren im Land nötiger denn je. Und gerade, weil wir die dringende Notwendigkeit verbindlicher Schutzkonzepte sehen, haben wir uns regelmäßig für die Stärkung solcher Ansätze eingesetzt. So haben wir zum Beispiel für eine verbesserte Förderung des PETZE-Instituts für Gewaltprävention gesorgt, das genau zu diesen Themen sehr wertvolle Arbeit leistet. Wenn wir aber wirklich alle Schulen, Kitas und Jugendzentren verbindlich und wirkungsvoll erreichen wollen, liegt noch ein weiter Weg vor uns. Wir vom SSW sind absolut dazu bereit – befürchten allerdings erhebliche Hemmnisse bei der Umsetzung, weil die Regierenden sehr wahrscheinlich auf zu hohe Kosten verweisen werden.

SSW-Landtagsfraktion

Die Linke unterstützt die Einrichtung schulunabhängiger Ansprechpersonen für Kinder und Jugendliche bei Gewalt, Missbrauch und Diskriminierung. Dies ist ein wichtiger Schutz. Verbindliche Schutzkonzepte, Fortbildungen für pädagogisches Personal und anonyme Meldewege müssen flächendeckend eingeführt werden.

Lorenz Gösta Beutin, Landesgruppensprecher der schleswig-holsteinischen Abgeordneten der Linken im Bundestag

Es ist von zentraler Bedeutung, Kinder und Jugendliche vor Gewalt, Missbrauch, Ausgrenzung und Vernachlässigung wirksam zu schützen. Die Forderung, für staatliche Einrichtungen verbindliche und klar ausgearbeitete Schutzkonzepte einzuführen unterstützen wir. Solche Konzepte schaffen verlässliche Strukturen, damit Gefährdungen frühzeitig erkannt werden und im Ernstfall schnell und angemessen gehandelt werden kann. Ebenso wichtig ist es, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter gezielt zu schulen. Nur wenn das pädagogische Personal gut vorbereitet ist, kann es betroffene Kinder sensibel begleiten, angemessen reagieren und gleichzeitig selbst Handlungssicherheit gewinnen. Fachliche Leitfäden betonen, dass Schulungen die Sensibilisierung, Reflexion und Handlungssicherheit des Personals stärken sollen. Darüber hinaus ist der Vorschlag zu begrüßen, unabhängige Ansprechpersonen bereitzustellen. Sie können als vertrauliche und niedrigschwellige Unterstützung dienen und dazu beitragen, dass Hinweise auf Kindeswohlgefährdung nicht übersehen werden. Gerade im Kinderschutz ist es entscheidend, dass Verantwortung nicht bei Einzelpersonen hängen bleibt, sondern durch klare Zuständigkeiten, Beratung und Kooperation abgesichert wird.

Nina Scheer, Landesgruppensprecherin der schleswig-holsteinischen Abgeordneten SPD im Bundestag

Wir befürworten die Ansicht, dass Kinder und Jugendliche wirksamer vor Gewalt, Missbrauch, Ausgrenzung und Vernachlässigung geschützt werden müssen. Dazu zählen Prävention und verlässliche Unterstützungsstrukturen. Daher stehen wir im Bundestag dafür ein, Kinderschutz insgesamt zu stärken und bestehende Strukturen weiter auszubauen. Dies bedeutet, dass wir stärkere Präventionsmaßnahmen benötigen und es verlässliche Unterstützung für Betroffene geben muss, um jungen Menschen niedrigschwellig Hilfe zu ermöglichen. Außerdem setzen wir uns dafür ein Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern, um den Schutz und die Beteiligung von Kindern dauerhaft zu verbessern. Besonders im Kontext von steigenden Fallzahlen und eines großen Dunkelfeldes bei Gewalt gegen Kinder wird deutlich, wie wichtig funktionierende Schutzsysteme sind. Inwiefern eine solche Verbesserung innerhalb der Struktur Schule stattfinden kann, und welche Konzepte und Fortbildungen noch ergänzt werden können, legt allerdings im eigenen Handlungsbereich der Länder. https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/fachtexte/verbesserungen-im-kinderschutz/ https://www.gruene-bundestag.de/presse/pm-november-2025/denise-loop-und-nyke-slawik-gruene-bundestagfraktion-will-die-kinderrechte-in-grundgesetz-aufnehmen/

Denise Loop, Landesgruppensprecherin der schleswig-holsteinischen Abgeordneten Grüne im Bundestag

Alle Schulen in Schleswig-Holstein sind bereits verpflichtet, ein Präventions- und Interventionskonzept nach § 4 Abs. 11 SchulG SH vorzuhalten. Dieses sollte stetig weiterentwickelt werden. Auch in Kitas und bei allen Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe sind entsprechende Schutzkonzepte eine Voraussetzung. Dazu gehört auch, dass sich die Fachkräfte regelmäßig fortbilden. Wir als SPD-Landtagsfraktion unterstützen den Grundgedanken, Kindern und Jugendlichen eine sichere und unabhängige Ansprechperson bei Übergriffen und Diskriminierung aller Art zu bieten. Kein Kind darf mit solchen Erfahrungen alleine bleiben – weder in der Schule noch im familiären Umfeld oder in der Freizeit. Zugleich halten wir es für wichtig, bestehende Strukturen nicht zu schwächen, sondern sie gezielt auszubauen und besser miteinander zu vernetzen. Schleswig-Holstein verfügt mit Schulsozialarbeit, Schulpsychologischen Diensten, Präventionsfachkräften und externen Beratungsstellen bereits über ein gutes Fundament. Dieses wollen wir weiterentwickeln. Unser Ziel ist ein starkes Schutznetz, das allen Kindern und Jugendlichen verlässlich zur Seite steht – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sozialer Lage. Dafür setzen wir uns auf Landesebene konsequent ein.

SPD-Landtagsfraktion