Navigation und Service des Schleswig-Holsteinischen Landtags
Springe direkt zu:
Der Landtag Schleswig-Holstein wird aufgefordert, die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) für Schüler*innen, Studierende, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende (zum Beispiel FSJ, FöJ, BFD) im gesamten Landesgebiet kostenfrei zu gestalten.
Das Land soll hierzu:
1. ein landesweites „Jugendticket Schleswig-Holstein“ einführen, das die kostenlose Nutzung von Bus, Bahn und Fähren im Nahverkehr ermöglicht,
2. die Kosten übernehmen und die Verkehrsunternehmen entsprechend kompensieren.
Die Linke fordert kostenlosen ÖPNV für alle Schüler*innen, Auszubildende, Studierende und Freiwilligendienstleistende. Mobilität ist ein Grundrecht. Das Land muss die Verkehrsunternehmen ausreichend kompensieren und den Nahverkehr ausbauen.
Wir teilen das Anliegen, junge Menschen bei den Mobilitätskosten deutlich stärker zu entlasten. Gerade für Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende darf der Weg zur Schule, zur Berufsschule, zur Hochschule oder zur Einsatzstelle keine Frage des Geldbeutels sein. Bezahlbarer öffentlicher Nahverkehr ist eine Frage von Chancengerechtigkeit und zugleich ein wichtiger Baustein für die Verkehrswende. Gleichzeitig würden wir die Forderung heute etwas differenzierter betrachten. Ein komplett kostenfreies Jugendticket im ganzen Land wäre politisch attraktiv, entscheidend ist aber, dass am Ende nicht nur der Preis stimmt, sondern auch das Angebot. Ein kostenloses Ticket nützt zu wenig, wenn Bus und Bahn zu selten fahren, Anschlüsse nicht erreicht werden oder der ländliche Raum weiter abgehängt bleibt. Gerade in Schleswig-Holstein braucht es deshalb beides, nämlich bezahlbare Tickets und einen spürbaren Ausbau des Angebots. Hinzu kommt, dass es inzwischen bereits einzelne Entlastungen gibt. Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende in rein schulischer Ausbildung können in Schleswig-Holstein das Deutschland-Schulticket nutzen, das je nach Kreis oder kreisfreier Stadt zwischen 21,50 Euro bis höchstens 43 Euro im Monat kostet. Freiwilligendienstleistende können über das Deutschland-Jobticket mit Landeszuschuss sogar auf ein kostenloses Ticket kommen, wenn die Einsatzstelle die Voraussetzungen erfüllt. Das zeigt, dass es bereits richtige Ansätze gibt, aber eben noch keine einheitliche und wirklich gerechte Lösung für alle jungen Menschen. Aus unserer Sicht sollte das Land deshalb den nächsten Schritt gehen und auf ein landesweit einheitliches, deutlich vergünstigtes Jugendticket für die genannten Gruppen hinarbeiten. Langfristig bleibt ein kostenfreier Nahverkehr für uns ein richtiges Ziel. Kurzfristig ist aber entscheidend, junge Menschen verlässlich zu entlasten und zugleich den ÖPNV so auszubauen, dass er im Alltag tatsächlich eine attraktive Alternative zum Auto ist. Genau daran fehlt es der Landesregierung bislang noch zu oft. Zu viele schöne Ankündigungen helfen wenig, wenn Verbindungen auf dem Land weiter lückenhaft bleiben.
Wir als SSW-Fraktion wollen, dass öffentliche Verkehrsmittel fahrgastfreundlicher und kosteneffizienter werden. In der parlamentarischen Arbeit haben wir uns immer wieder für faire Preise in der Mobilität eingesetzt. Wir haben ein Schulticket bzw. ein Ausbildungsticket gefordert, , was in Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit den Kreisen und kreisfreien Städten einheitlich gestaltet sein sollte. Das Ziel muss sein den ÖPNV kostenfrei, gerade für die Zeit der Ausbildung anbieten zu können, um eine echte Bildungsgerechtigkeit darzustellen. Ein einheitliches „Jugendticket“ vereinfacht auch die barrierefreie Teilnahme an Sport- und Kulturangeboten. Auch ist es wichtig, dass junge Leute und Familien was diese Kosten angeht, nicht unterschiedlich belastet werden, daher brauch es ein einheitliches Prinzip im Land. Wir haben außerdem ein Sozialticket gefordert, was unseres Erachtens einen stabilen Grundpreis braucht. Zudem setzen wir uns für eine realitätsnahe Nutzung von Grenztickets über die deutsch-dänische Grenze ein. Darüber hinaus haben wir die Preissteigerung vom Deutschlandticket kritisiert. Wir werden auch weiterhin für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis einstehen, um einen echten Anreiz zu bieten, das Auto stehen zu lassen und auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen.
Mit dem 9 € Ticket wurden neue Maßstäbe für kostengünstige und attraktive Mobilität gesetzt. Deshalb setzt sich die Bundestagsfraktion dafür ein, dass dieses Ticket und das zugrunde liegende Prinzip – den ÖPNV für alle erschwinglich zu machen – wieder gestärkt werden. Die hier geforderten Maßnahmen ähneln grundsätzlich unseren Bestrebungen, das 9 € Ticket erneut anzubieten. Die Zuständigkeit für ein lokales Ticket in Schleswig-Holstein liegt jedoch bei der Landespolitik.
Wir unterstützen den Vorschlag im Grundsatz. Noch besser wäre es aber, den ÖPNV in Schleswig-Holstein per Umlage zu finanzieren. Dann wäre der ÖPNV für alle einfach nutzbar und Ticketkontrollen könnten abgeschafft werden.Wenn Menschen unter 18 Jahren dabei nichts bezahlen müssen, würde das alle anderen nur 10,8 € pro Monat kosten. Das kann dann mit einem zusätzlichen System für die Kostenübernahme von Azubis, BuFDis und Studierenden kombiniert werden. Dabei würden wir es aber begrüßen, wenn sich die Arbeitgeber an der Finanzierung beteiligen und nicht alles vom Land bezahlt wird. Das ist beim Azubi-Ticket bereits der Fall, kann aber noch ausgebaut werden.
Ein attraktiver und bezahlbarer öffentlicher Nahverkehr ist ein zentraler Baustein für Mobilität, Teilhabe und Klimaschutz. Deshalb haben wir in dieser Legislaturperiode bereits wichtige Schritte unternommen, um die Nutzung des ÖPNV insbesondere für junge Menschen günstiger zu gestalten. Dazu zählen unter anderem das Jobticket, das Deutschland-Semesterticket sowie das rabattierte Deutschland-Schulticket, das seit Sommer 2024 auch Schülerinnen und Schülern sowie Auszubildenden in schulischer Ausbildung ohne Arbeitgeber zur Verfügung steht. Für Freiwilligendienstleistende wurde zudem im Jahr 2025 der Landeszuschuss zum Deutschland-Jobticket erhöht. Diese Maßnahmen zeigen, dass wir gezielt entlasten und gleichzeitig die Attraktivität des ÖPNV steigern. Ein vollständig kostenfreier Nahverkehr für alle genannten Gruppen im gesamten Landesgebiet ist jedoch mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden und derzeit haushalterisch nicht darstellbar. Stattdessen setzen wir auf eine sozial ausgewogene und finanziell tragfähige Weiterentwicklung bestehender Angebote. Unser Ziel bleibt es, den ÖPNV schrittweise noch attraktiver und bezahlbarer zu machen, ohne dabei die langfristige Finanzierbarkeit und den weiteren Ausbau des Angebots zu gefährden.
Mobilität ist eine Frage der Bildungsgerechtigkeit und der sozialen Teilhabe. Junge Menschen müssen unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern Schule, Ausbildung, Hochschule oder Einsatzstelle erreichen können. Wer es ernst meint mit Chancengleichheit, darf Mobilität nicht vom Wohnort oder vom Einkommen abhängig machen. Derzeit ist die Situation in Schleswig-Holstein allerdings unübersichtlich und wenig gerecht. Studierende nutzen ein verpflichtendes Semesterticket, Freiwilligendienstleistende erhalten ein spezielles Ticket, das unterschiedlich stark abgerufen wird. Für Auszubildende gibt es bislang kein eigenes Azubi-Ticket – sie können lediglich das vergünstigte Jobticket von NAH.SH nutzen, das jedoch nicht kostenfrei ist. Gleichzeitig sind die Schülerbeförderungskosten Kreissache; in fast allen Kreisen müssen Familien weiterhin die Hauptlast tragen. Dieses Nebeneinander verschiedener Regelungen für unterschiedliche Gruppen junger Menschen gehört aus unserer Sicht grundsätzlich auf den Prüfstand. Vor dem Hintergrund der positiven Erfahrungen mit dem Deutschlandticket stellt sich die berechtigte Frage, ob ein landesweit einheitliches Jugendticket nicht gerechter, transparenter und langfristig sogar wirtschaftlicher wäre. Ziel muss es sein, allen jungen Menschen einen einfachen und bezahlbaren Zugang zum ÖPNV im gesamten Land zu ermöglichen. Auf dem Weg dorthin halten wir mindestens ein landesweites 365-Euro-Ticket für einen sinnvollen und realistischen Zwischenschritt.